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Schlachtfeld (#Valentin, Teil 1)

Ich wache in einem Klischee auf. Mein Schädel brummt, ich werde zu alt für diesen Scheiss. Ich schäle mich aus dem verschwitzten Laken. Es ist ungewohnt, alleine aufzuwachen. Die Stelle neben mir riecht noch nach ihm, ich bilde mir ein, noch seine Wärme zu spüren… – warum ist er schon aufgestanden?

Das Schlafzimmer ist noch abgedunkelt. Die Teelichter habe ich schon vor langer Zeit durch elektrische Kerzen ersetzt. Das ist fast genauso romantisch, aber ich bin einfach aus dem Alter raus, in dem ich mich um ONS bemühe.

Es rauscht die Klospülung. Ist er etwa noch in der Wohnung? Ein drängendes Gefühl überkommt mich. Das Laken muss warten. Ich stehe auf und suche ihn. Ich will ihn küssen, bevor er verschwindet. Sorry, mein Fehler, ihr kennt ihn ja noch gar nicht. Nennen wir ihn einfach „Valentin“. Ein bisschen verklärte Romantik versprühen, um den Geruch von Sex zu überdecken.

Im Flur treffe ich auf gleißendes Sonnenlicht. Für einen Moment taste ich mich blind am Bilderrahmen entlang und haue mir den großen Zeh an einer leeren Sekt-Flasche an. An meinem Fuß klebt eine leere Kondompackung. Dann sehe ich das Schlachtfeld.

Ja, die letzte Nacht muss episch gewesen sein. Ich grinse, auch wenn ich mich gerade nur bruchstückhaft erinnern kann. Mein Kopfkino gleicht einer schlechten Raubkopie, die durch das unsägliche Piepen der Küchenuhr noch stärker in den Augen sticht. Filmriss um 10 Uhr morgens. Eigentlich die perfekte Uhrzeit, auch wenn ich heute auf den Kater verzichten könnte. Ich suche nach einer Ibuprofen, durchwühle die Schubladen, als die Spülmaschine rhythmisch im Takt vibriert und ich das Handy im klirrenden Besteckkorb finde. Mit Erleichterung stelle ich fest, dass noch die Reste des gestrigen Nudelauflaufs an den Tellern kleben. Das Handy hatte also noch keine Dusche hinter sich. Ich auch nicht.

Zwölf verpasste Anrufe. Scheisse. Das heißt nichts Gutes. Keine Nachricht auf der Mailbox. Der Kleine muss fix und fertig sein. Die Gedanken an Valentin und die hiesige Unordnung rutschen für den Moment in den Hintergrund, jetzt gehen Freunde vor. Ich rufe den Kleinen zurück…

Fortsetzung? Hier geht es zu Teil 2!

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Dipol

Fabian schreibt hier Texte über und aus dem Leben.
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